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Schwerpunkte

Auf den nachfolgenden Unterseiten werden wichtige historische Entwicklungsschwerpunkte für das Leben der Braker Bürger dargestellt.

Dies erfolgte bereits einmal in der Festschrift 1075 Jahre Brake. Deshalb werden auch einige Beiträge aus dieser Broschüre abgebildet.

Entscheident für die Lebensverhältnisse der Bürger sind die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Region in der sie leben, denn diese beeinflussen all ihre anderen Lebensbereiche.

Schließlich hat der Mensch sich im Verlauf der Geschichte über die Arbeit emanzipiert. So schrieb bereits 1874 Friedrich Engels in seiner bekannten Schrift "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen", erst die Arbeit "hat den Menschen selbst geschaffen", hat ihn durch sein bewusstes, beherrschendes Einwirken auf die Natur vom Tier geschieden. Insofern ist die Arbeit "die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens. ..."

Die genannte Festschrift witmet sich auf rund 20 Seiten dem Bauernstand, denn dieser bestimmte von 939 bis mindestens 1848, der Eröffnung der Eisenbahnlinie "Cöln - Minden", das Leben im Bauerndorf Brake. Erst die Industriealisierung veränderte die Bevölkerungsstruktur von Brake grundlegend.

Lesen und Schreiben können, es zu erlernen, war über Jahrhunderte ein Privileg der herrschenden Stände oder Klassen. Bildung ist ein Machtfaktor! So verwundert es nicht, dass nach der Erfindung des Buchdrucks mehr als 300 Jahre vergingen bis in Brake die erste Schule 1772 eröffnet wurde. Die feudalistischen Strukturen auf dem Land, auch in Brake, erforderten von den Bauernfamilien, dass sie ihre Kinder mit arbeiten lassen mußten um zu überleben. Zum "schulischen Lernen" blieb keine Zeit. Dies änderte sich grundlegend mit zunehmender Mechanisierung der Arbeitsprozesse. Insbesondere die Handwerkerzünfte in den Städten waren an der Ausbildung interessiert.

Die Einrichtung der ersten Braker Schule 1772 in einem Kotten des Kolon Maag [Kolon, steht im römischen Recht für Landpächter] fällt mit der Aufteilung der "Marken" zusammen, Also Gemeindeland in Bauernhand - "Privatisierung". In genannter Festschrift heißt es auf  Seite 32 dazu: "Als ... die Aufteilung ... erfolgte und der anderen allgemeinen Marken, vergrößerte sich der Stand der Heuerlinge besonders, denn die Bauern waren bestrebt, möglichst viel Land von den erhaltenen Plätzen urbar zu machen. Später wurde der Heuerlingskotten das Haus der ersten Handwerker und der industriellen Heimarbeiter." Um so größer die Höfe, um so wohlhabender die Bauern, um so größer ihr Interesse daran, dass ihre Kinder, wie Adel und städtisches Bürgertum, Bildung erhielten.

Später war Bildung auch unverzichtbar für die Emanzipation der Frauen. Denn nur durch freie Berufswahl der Frauen, ihren Zugang zu allen Bildungseinrichtungen und die gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wurde die Gleichstellung der Frauen auch in Brake ermöglicht.

Die Geschichte des Ortes Brake und seiner Bauernschaft ist untrennbar verbunden mit der Kirchengeschichte in der Grafschaft Ravensberg, schließlich war es der Damenstift Schildesche der den Braker Bauern Schutz in stürmischen Zeiten gewährte. Bilder beeindrukten die Menschen schon immer, erst recht dann wenn die Menschen des Schreiben und Lesen nicht kundig waren und zudem die Gottesdienste erst nach der Reformation in deutscher Sprache abgehalten wurden. Es war schließlich Thomas Müntzer der 1523 den ersten Gottesdienst in deutscher Sprache hielt. Wie schon vor der Reformation nahm der Gottesdienst auch weiterhin im kirchlichen Leben der Gemeinden einen breiten Raum ein. Er sollte aber fortan in deutscher Sprache gehalten werden, blieb doch die lateinisch gesprochene und gesungene Messe dem einfachen Gläubigen unverständlich. Deshalb waren damals prunkvolle Ausstattungen der Kirchen besonders  bedeutsam, wodurch die Menschen beeindruckt werden sollten, die Bilder und Rituale vom Leben und Leiden Jesus Christus in den Kirchen prägten sich tief bei den Menschen ein.


Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Unterseiten wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es in den deutschen Kleinstaaten/Fürstentümer keine einheitlichen Festlegungen von Maßeinheiten gab, schon gar nicht eine Normierung ein und der selben Einheit. Die Schwankungsbreite und Vielfalt war erheblich. Beispielsweise betrug ein Morgen (Mg) zwischen 1.906 bis 11.780 Quadratmeter. Dieses Flächenmaß wurde noch bis etwa 1900 in Deutschland angewendet. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag pflügbar ist. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte. Das Flächenausmaß des Morgen war regional sehr verschieden, lag aber meist bei einem fünftel bis halben Hektar (2.000 bis 5.000 m²).  Um die Vielfalt innerhalb einer Gewichtseinheit zu verdeutlichen, so gab es im Mittelalter im Großherzogtum Baden 

  • 112 Ellenmaße

  • 92 Flächen oder Feldmaße

  • 65 Holzmaße

  • 163 Fruchtmaße (Volumenmaße)

  • 123 Ohm- oder Eimermaße (Flüssigkeitsmaße)

  • 63 Wirts- oder Schankmaße

  • 80 Pfundgewicht


In Westfalen wurde auch der Scheffel(saat) als Flächenmaß angewendet, dessen Differenziertheit ebenfalls vielfältig war. So betrug der 
Scheffelsaat, im Unterschied zum Volumenmaß 
Scheffel, in Lippe 1.717 Quadratmeter oder ⅓ Morgen (dieser betrug in Lippe 2.574,881 m²), in Sachsen hingegen war ein Saatscheffel im Jahr 1781 2.767 Quadratmeter groß. In Hamburg wurde der Scheffel mit 4.204,7 m² gerechnet.


Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Preußen die dringend notwendige Normierung vorgenommen in der "
Maaß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund" vom 17. August 1868. Hierin wurde normiert festgelegt als 

"Flächenmaaße.

 

Die Einheit bildet das Quadratmeter oder der Quadratstab.
Hundert Quadratmeter heißen das Ar.
Zehntausend Quadratmeter heißen das Hektar."

 


Titelblatt der Festschrift "1075 Jahre Hof Meyer zu Jerrendorf - 1075 Jahre Brake"
( in der Folge "Festschrift" genannt) aus Oktober 2014:






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